Glück / Zukunft

Glücksmomente

Schon Altmeister Aristoteles schrieb: „Alle Menschen streben nach einem höchsten Gut – und dieses höchste Gut heißt Glück.“ Unglücklicherweise kann aber mit dem Begriff Glück Verschiedenes gemeint sein. Was darunter zu verstehen ist, legt letztlich jeder für SICH fest und erlaubt die Frage: Was ist Glück für mich. Wenn wir genau hinschauen, so kristallisieren sich drei Formen des Glücks heraus, die es – um glücklich zu sein – gilt, auseinander zu halten: das Zufalls-Glück, das Wohlfühl-Glück und das Glück der Fülle.

Das Zufalls-Glück – offen sein für Glück
Für die meisten Menschen hat das Glück viel mit Lebens-Schicksal zu tun. Es kann sich letztlich so oder auch ganz anders entwickeln. Diese alte Interpretation der Zufälligkeit dieses Glücks prägt den Begriff im Deutschen bis heute. Besonders hervorzuheben an diesem Glück ist jedoch seine Unverfügbarkeit. Verfügbar ist im Sinne einer gelungenen Lebenskunst lediglich die Haltung, die der Einzelne dem Schicksal und Zufall gegenüber einnimmt. Er/sie kann sich verschließen oder offen dafür sein. Die Offenheit scheint das Zufalls-Glück zu beflügeln: „Es macht gerne dort Station, wo es sich gut aufgehoben fühlt und nicht noch Vorwürfe zu hören bekommt.“ (Schmid).

weiterlesen ...

Das Wohlfühl-Glück - hat seine Zeit.
Der moderne Mensch verbindet Glück gerne mit dem sogenannten „Positiven“, wie wir es durch das angenehme Erleben, beim Gebrauch der Lüste, beim „sich Wohlfühlen“ und bei guter Stimmung erleben. Glück ist Maximierung von Lust und Minimierung von Schmerz heißt es in der Philosophie seit dem 18. Jahrhundert. Kaum eine philosophische Auffassung hat sich dermaßen durchgesetzt wie diese, schreibt die Lebenskunst- Philosophie. Ohne das Streben nach dieser Form des Glücks wäre die moderne Spaß- und Erlebnisgesellschaft undenkbar. Es scheint aber darauf anzukommen, nicht das gesamte Leben damit zu verwechseln, um letztlich doch sehr enttäuscht zu werden, wenn sich Phasen des Wohlfühlens und des Unwohlseins anscheinend abwechseln. Das Wohlfühl-Glück hat seine Zeit- und die sollten wir genießen. Dafür sollten wir nicht nur offen und bewusst sein, wir sollten sie auch herstellen, weil sie sich fast jeden Tag finden lassen.

Das Glück der Fülle- das einzige das bleibt. Das Glück der Fülle findet sich in unserer inneren Haltung zum Leben selbst. Die innere Haltung bestimmt unser Verhalten mehr als wir lange Zeit wahrhaben wollten. Sie entscheidet mit ob wir krank oder wieder gesund werden, ob wir erfolgreich unser Leben gestalten und letztlich sogar über unser Aussehen und unsere Attraktivität. Der „neuronale Hebel“ ist die Begeisterung. Anscheinend ist das „wahre“ und „bestimmende“ Glück nicht abhängig von bloßen Zufällen und momentanen Empfindungen, sondern vielmehr im Streben nach der alltäglichen  Balance in aller Polarität des Lebens zu finden. Also weniger im jeweiligen Augenblick, sondern eher durch das gesamte Leben hindurch. so findet es sich nicht nur im Gelingen, auch im Misslingen; nicht nur im Erfolg, auch im Misserfolg; nicht nur in der Lust, auch im Schmerz, nicht nur im Tun, auch im Lassen und eben nicht nur ein „Glücklich sein“ im Wohlfühlen, sondern auch im „Unglücklich sein“. Dieses Glück der Fülle ist eine Frage der bewusst eingenommenen Haltung, in der Begeisterung und der Heiterkeit und Gelassenheit kommt es am besten zum Ausdruck. Keine der genannten Ebenen, Zufallsebene, Gefühlsebene, geistige Ebene, ist verzichtbar, sagt die Lebenskunstphilosophie, aber das dritte Glück – das Glück der Fülle –vor allem gilt es wieder zu entdecken. Es ist das einzige, das wirklich bleibt.

Text: Dr. Helmut Fuchs/Foto: 123RF

Lachen ist gesund!

Das wissen wir alle. Sie werden allerdings erstaunt sein, wie gesund! Denn einmal lachen macht genauso fit wie 20 Minuten Joggen. Ja – Sie haben richtig gelesen. Denn Lachen lockert die Muskeln, befreit lang aufgestaute Emotionen, setzt unzählige Glückshormone frei.

Nicht nur im Alltag, sondern auch in Ihrem Beruf sollte das „Lachen“ zum täglichen Leben dazugehören. Denn eines ist sicher: Wenn man lächelt, sind die meisten Sorgen gleich nur noch halb so schlimm. Außerdem erzeugen Sie so z. B. auch eine freundliche und harmonische Atmosphäre – für Ihre Mitarbeiter oder Kollegen sowie für die Kunden.

Dr. Helmut Fuchs ist der Begründer der sogenannten „Launologie“ – der Lehre von der Heiterkeit und guten Laune. Er verrät, warum Lachen so wichtig für uns Menschen ist, und warum es so fantastisch im Berufsalltag einsetzbar ist.

weiterlesen ...

Was ist die Launologie überhaupt? Ist das eine „ernste“ Wissenschaft?
Das ist eine häufige Frage. Sie werden lachen – aber wir meinen es ernst. Damit ist die Frage eigentlich auch schon beantwortet. Tatsächlich untersuchen wir wissenschaftlich, wie sich menschlichen Stimmungen auf die unterschiedlichsten Lebensbereiche auswirken. Wir sind alle mal schlecht drauf – und das gehört auch zum Leben dazu. Wieso aber ist dauerhafte miese Stimmung „schlecht“ für den Gesundheitszustand? Auch schlechte Laune gehört zu einem ausbalancierten Leben – aber nicht in dem Ausmaß, wie in Deutschland zurzeit flächendeckend und sehr professionell Negaholiker unterwegs sind. Diese Menschen müssen ausgebremst und „verhindert“ werden – und das kann man tatsächlich lernen. Nur so kann man sein eigenes emotionales Kapital wieder erhöhen.

Was genau ist das „emotionale Kapital“?
In vielen Unternehmen wundern sich die Verantwortlichen, warum wichtige Veränderungsprozesse oder gute gedachte Verkaufsstrategien in der Umsetzung scheitern. Der einfache Grund war und ist, dass die emotionale Ausgangslage der Mitarbeiter oft genug unberücksichtigt bleibt. Wer gute Laune verbreitet, arbeitet bewiesenermaßen viel kreativer, leistungsstärker und effektiver – und überzeugt die Kunden zu stärkerer Kauforientierung. Damit wird die Emotionslage jedes einzelnen Angestellten zum betriebswirtschaftlichen Kapital, das zwar noch nicht in der Bilanz eigenständig erscheint, aber jede Bilanz beeinflusst. Eine positive heitere Grundstimmung stärkt das Immunsystem und verleiht dem Einzelnen diese unnachahmliche Aura, die man auch Charisma und Ausstrahlung nennt. Die einfachste Grundregel heißt: Schenk dein Lächeln dem, der keins mehr hat – der braucht es am dringendsten. Und merken Sie sich unbedingt auch diesen Grundsatz: Das Leben ist viel zu wichtig, um es ernst zu nehmen.

Gute Stimmung kann man doch nicht erzwingen?
Das stimmt, aber sie können wirkungsvoll dazu einladen und die gute Stimmung wie einen Virus unter ihre Mitmenschen bringen. Und das ist ganz einfach, wenn man ein paar Tipps beherzigt: Lernen Sie, sich selbst und ihre Ausstrahlung gezielt weiterzuentwickeln. Beginnen Sie den Tag mit dem  Fokus auf eine oder zwei Grundfragen, die Sie sich selbst – als mentale Vorbereitung auf den Tag – visualisieren. Das könnte zum Beispiel diese Frage sein: „Wem will ich heute eine Freude machen?“ Viele Menschen beginnen den Tag leider mit negativen Suggestionen, z. B. „Welche Idioten werde ich heute treffen?“ Und ich verspreche Ihnen, dass Sie mit dieser Einstellung auch ganz sicher den ersten Idioten schon vor dem Badezimmerspiegel antreffen. Starten Sie positiv in den Tag! Wer schlecht gelaunt ist, überträgt das auch auf andere.

Übrigens: Kinder beherrschen diese, für uns Menschen so wichtige Gefühlsäußerung am besten. Sie lachen laut wissenschaftlicher Untersuchung etwa 400 Mal am Tag, Erwachsene nur rund 15-mal – viel zu selten, sagen Experten. Aus diesem Grund gibt es sogar spezielle Lach-Seminare oder Gute-Laune-Workshops. Denn Lachen hat viele positive Wirkungen auf den menschlichen Organismus, wie zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen: Lachen bremst Aggressivität und miese Stimmung aus. Lachen kann unter Umständen Schmerzen hemmen, es fördert die Verdauung, hält den Körper fit, kann vor Erkältungen schützen und Anti-Tumor-Zellen aktivieren, den Blutzuckerspiegel senken und das Sexualleben verbessern.

Dr. Helmut Fuchs ist Gründungspräsident der European Academy for Training and Development EATD AG und Inhaber sowie Cheftrainer der TAM-Trainer-Akademie-München. Er hält regelmäßig Vorträge und Seminare zu den Themen Team-Motivation, Leistungsentwicklung und Persönlichkeit und ist als Autor tätig.
www.helmutfuchs.de

Text: Redaktion/Foto: 123RF